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Gobi

"Patina" erhalten

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Ich würde hier gern mal das Thema ansprechen, daß in der Oltimerszene seit ca. 2 Jahren in Mode ist: so zu restaurieren, daß man dem Gerät das Alter ansieht, die Funktion aber gewährleistet ist.

Eine Sache, die mir schon immer besser gefiel, weil ich Gebrauchspuren einfach mag. Ich mag die kleinen Risse im Lack und die Geruchsmischung nach leichtem Moder und Elektromechanik. Die von Hand auf die obere Backglasleiste geschriebenen High Scores lassen mich grinsen. Mir gefällt es auch, wenn die Birnchen etwas flackern. Ein EM muss scheppern und rappeln, leicht "Fehlzündungen" können den Spielspaß auch erhöhen.......

Nach dem, was ich hier so gelesen habe bisher, scheine ich damit allein da zu stehen oder?

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leider ist in einem Grossteil der Szene der allgemeine 'Lackierungswahn' und 'Neutrimmwahn' ausgebrochen, auch bei e-m Spielen, was sowohl optisch eine Heresie ist wie auch spielerisch, denn der Kugellauf entspricht gar nicht mehr dem, was er war

was sage ich, nicht Kugellauf, sondern Kugelgehoppel

original waren Mylar überzogene Spielfelder und/oder gewachst

ich habe schon viele Spiele stehen lassen, nur weil der Vorbesitzer glaubte, sein Spiel mit Lack ersaufen zu müssen (und wer weiss, wie der Lack in 10 oder 15 Jahren ist) - auch geschenkt lasse ich trotzdem stehen

auf die Gefahr hin, dass ich zum Thema mal wieder den Kopf gewaschen bekomme biggrin.gif , rate ich dir bei deiner Einstellung zu bleiben

wer weiss, vielleicht schwappt das neue Oldtimergefühl auch auf die Flipper über - Autos sind ja zum Fahren gebaut worden, Flipper zum Spielen biggrin.gif

LG

Jean-Claude

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Ich bin ja auch kein besonderer Freund der Lack-und Mod-Abteilung. Am meisten stört mich das hektische Geflackere wenn LEDs verbaut sind. Die Protektoren sind mir auch ein Übel, wenn die Kugel dagegen rollt und über die Kante hoch katapultiert wird, gegen die Plastiks schlägt und dadurch nicht ins Loch fällt.

Ein Bekannter hatte mal einen Indiana Jones, bei dem war die Spielfläche auch x-mal lackiert. Zuerst war er voll begeistert, doch nach einiger Zeit war der Flipper wieder weg, weil nicht spielbar, da zu schnell.

Zur Patinasache fallen mir einige Fragen ein.

Wie weit soll denn der Oldtimer Zustand sein? Sollen die Gummis 30 Jahre alt sein, schön bröseln und bei jedem Spiel eins reißen? Soll das Bröselzeug auf der Spielfläche liegen und den Kugellauf beeinflussen oder dürfen es neue Gummis sein, sollen die dann schneeweiß oder gelblich sein? Habe letztens meine etwas gelblichen Gummis alle weggeschmissen.

Löcher vom Aschenbecher oder gar ein montierter Aschenbecher stören mich nicht, solange nicht geraucht wird.biggrin.gif Plastiks bei denen die Ecken abgebrochen sind gefallen mir auch besser als die Nachgebauten, die von den Farben manchmal so schlecht sind, dass sie zu jedem anderen Flipper passen würden.

Flipperfinger sollten allerdings einwandfrei funktionieren und nicht, weil alt, die Kugel nur bis zur Hälfte der Spielfläche hochbringen.

So ein paar kleine Mängel, z.B. beim Gottlieb 300 wo die Bonusabzählung nicht immer 100%ig war und eine Kugel 2x gewertet wurde machten das Spiel zusätzlich interessant. Für den Kampfspieler natürlich ein NO GO, aber in der Kneipe wo es um ein Bier ging und Unterhaltung war, eine amüsante Sache.

drugi

Edited by Drugi

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top.gif Ah, das freut mich aber zu hören, daß ich mit meinen Vorstellungen nicht allein da stehe. Bröselige Gummis sind bestimmt nix denke ich, "fein" spielen muss das Ding... Nicht 120% tipitopi zu restaurieren bedeutet wohl auch, das es immer mal was zu basteln gibt, das ist in Grenzen aber durchaus mein Ding..

@ Medusa: warum meinst Du das lackierte Felder hoppeln? Müsste nicht gerade das Gegenteil der Fall sein?

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Der Flipper braucht doch seine Geschichte nicht leugnen:

- eingeritzte High-Scores aus den 60ern,

- mal da mal dort einen Ecke am Plastik abgebrochen,

- ja sogar Abspielungen rund um den Schlagturm zeigen wie spielfreudig er war.

Abspielungen können ausgebessert werden, müssen aber nicht. Habe soeben einen Williams "Fan-Tas-Tic" fertig restauriert, bei dem der Besitzer ausdrücklich die Abspielungen auf dem Spielfeld und eingeritzten Kinderbilder am Gehäuse erhalten haben wollte.

Das bedeutet ja nicht, daß er schmutzig bzw. schmuddelig blieb. Er ist Tip-Top gereinigt und poliert. Das Spielfeld wird nicht klarlackiert sondern maschinell und mit den dafür vorgesehenen Polituren so bearbeitet, daß der Lack wieder gefestigt ist.

Die Abspielungen rund um die Schlagtürme werden mit Mylar so abgeklebt, daß die Kleberänder genau auf den Farbkanten landen. Somit ist der Schutz kaum zu sehen und die Spielplatte ist dennoch für den Wohnzimmereinsatz gerüstet.

Mein üblicher Ansatz ist einfach: Der Flipperfreak soll nicht erkennen, daß der Flipper restauriert wurde. Stattdessen soll er über den orignalen und guten Erhaltungszustand staunen.

Das paßt nicht zusammen mit innen auslackierten Gehäusen. Schrecklich. Der Sammlerwert ist aus meiner Sicht damit für alle Zeiten hinüber. Wobei ich eine wichtige Unterscheidung noch nicht genannt habe: Das Alter und die Technik eines Flippers, spielt eine wichtige Rolle für meine oben genannten Vorstellungen. Dot-Matrix-Flipper haben keine Seele. Sie riechen nicht. Sie haben im Vergleich zu den alten EMs keine nenneswerte Geschichte auf dem Buckel. Spannende Aufstellungsorte, ewige Lagerplätze, gekratzte High-Scores gibt es da nicht. Ein Flipper der in den 60ern, 70ern in der Eisdiele, am Minigolfplatz oder im Waschsalon stand, der hat eine interessante Geschichte. Dot-Matrix-Flipper aus Spielhallen und verrauchten Bierlöchern könenn da nicht mithalten.

Von daher denke ich, je neuer eine Flipper ist, desto eher ist zusätzliches nicht originales Aufbrezeln zulässig. Je älter desto wichtiger ist die Orginalität und Authentizität.

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@ Medusa: warum meinst Du das lackierte Felder hoppeln? Müsste nicht gerade das Gegenteil der Fall sein?

siehe Drugi oben und Indiana Jones unbespielbar geworden

Wachs und/oder Mylar 'beschleunigen die Kugel nicht, die Kugel läuft dann übers Spielfeld

die im Lack ersoffenen laugh.gif Spielfeldern beschleunigen die Kugel, welche auch nicht mehr flach bleibt, sondern anfängt zu springen

ein älteres Spiel schneller machen geht auch über den Neigungswinkel, ohne dabei eine rumspringende Kugel zu haben

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Ein Problem dabei wird mir immer größer. Was mache ich mit Alterungserscheinungen, die doch stören? Bei mir ist es z.B. die Reihe der Bonus Birnchen Inlays (sagt man das so?) die auf die Flipper zulaufen, die haben sich schon sehr abgesetzt und bremsen die Kugel doch ziemlich, da würde z.B. Handlungsbedarf bestehen, ist mit Wachsen bestimmt nicht hin zu bekommen oder?

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biggrin.gif

heikles Thema

ich belasse alles, bei modernen Flipper wurden teure Magnete eingebaut, um genau dann den erratischen Kugellauf zu erzielen, den es bei 'eingeschmolzenen' inserts gratis gibt

die meisten sehen das wohl anders laugh.gif

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Die Diskussion ist derzeit für mich recht aktuell. Das Playfield von meinem EM ist gestripped, der Siff ist soweit runter, nun stellt sich jedoch die Frage: Kann man die Spielfähigkeit trotz aller Macken die sich in den Jahren so gesammelt haben, erhalten und dabei dennoch eventuelle Schäden nicht größer werden lassen? Jede Unebenheit in einem Playfield ist letztendlich ein Ansatz für neue Beschädigungen, in Form von Abspielungen, und umherfliegende Trümmer wirken sich natürlich auch negativ auf den Zustand des restlichen Gerätes aus.

Wie weit sollte man sinnvoller weise mit dem Flair der alten Macken verfahren, um einerseits die Jahre noch dem Gerät ansehen zu können und andererseits spielen kann, ohne 2 Jahre Später wieder vor einer Ruine zu stehen?

Ich hab mich da noch nicht so genau festlegen können, eigentlich muss ich die Abspielungen sanieren, um nicht irgendwann Whiteboardflipper zu spielen, es ist auch manchmal müßig wenn die Kugel oben im Auslauf in der Rinne zum stehen kommt...

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Ich bin der Meinung daß eine Restauration einfach die Verhältnismäßigkeit wahren soll.

Will heissen: versunkene Inserts sind auf Dauer fürs Spielfeld schlecht, da sich an

den Kanten immer mehr Abspielungen bilden, was sich durch Wachs oder Mylar nicht immer beheben lässt.

Hier zählt im Zweifelsfall der Zustand des Playfields, ob eine Lackierung die letzte Rettung bringt oder sich das ganze mit weniger Aufwand beheben lässt.

Wenn eine Lackierung gut gemacht ist dann spielt sich so ein Flipper vielleicht etwas rasanter,muss dadurch aber keinesfalls unspielbar sein.

Ich hatte damals eine lackierte Bop die so schnell war das der Ball nur noch gerutscht ist, weshalb sie mich auch schnell wieder verlassen hat.

Im Gegenzg habe ich seit fast 5 Jahren einen damalig von STRONZO restaurierten EM Grand Prix, der eine Super Lackierung hat und sich dennoch perfekt spielen lässt ohne das der Ball rutscht, was mir auch viele Gastspieler bestätigt haben.

Ausserdem muss eine Lackierung ja auch nicht zwingend mit 12 Schichten Hochglanzlack gemacht werden, es geht hier in erster Linie um den Schutz des Playfields und da ist weniger manchmal mehr.

Zu den Gehäusen sehe ich das ähnlich wie die meisten hier: Zuviel Restauration raubt dem Pin seine Seele, will heissen:

innenlackierte Cabinets,LEDs und Co sind für mich auch ein NO GO !

Aussen den Pin vom Siff der Jahre befreien und vielleicht kleine Ausbesserungen vornehmen ist okay, aber ne komplette Neuzustandlackierung ist absolut daneben.

Vor allem der Geruch im inneren nach öffnen der Kassentür ist bei einem EM einzigartig und muss erhalten bleiben top.gif

Ist halt wie bei nem Oldie der einfach seine Geruchspatina der Jahre erhalten hat.

Technisch sollte der Pin okay sein und die Funktionen bieten die er auch bei seinem erscheinen hatte.

Hängende Zählwerke waren vielleicht in der Kneipe nach dem 10 Bier ganz nett aber für mich muss der Pin funktionieren, trotz aller Nostalgieverklärtheit

In diesem Sinne: so viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Gruss Dirk boah.gif

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Ich bin der Meinung daß eine Restauration einfach die Verhältnismäßigkeit wahren soll.

Will heissen: versunkene Inserts sind auf Dauer fürs Spielfeld schlecht, da sich an

den Kanten immer mehr Abspielungen bilden, was sich durch Wachs oder Mylar nicht immer beheben lässt.

Naja, was ist mit Abspielungen "Bis aufs Brett"? Auch hier liegen ja letztendlich Angriffsflächen für weitere Zerstörungen des Playfields. Vielleicht nicht so ne derbe Kante wie an einem Insertrand, garantiert aber dennoch zuverlässig weiteren Zerfall. Wenn man hier spachtelt, wird man sicherlich dann auch komplett bemalen. Ich hab zumindest Zweifel, daß man das schlciht durch Klarlack wegbekommt.

Hier zählt im Zweifelsfall der Zustand des Playfields, ob eine Lackierung die letzte Rettung bringt oder sich das ganze mit weniger Aufwand beheben lässt.

Für eine Lackierung hab ich mich ja bereits entschieden, nur für die entsprechende Vorbereitung des Untergrundes nicht, wenn man so will...

Wenn eine Lackierung gut gemacht ist dann spielt sich so ein Flipper vielleicht etwas rasanter,muss dadurch aber keinesfalls unspielbar sein.

Ich hatte damals eine lackierte Bop die so schnell war das der Ball nur noch gerutscht ist, weshalb sie mich auch schnell wieder verlassen hat.

Im Gegenzg habe ich seit fast 5 Jahren einen damalig von STRONZO restaurierten EM Grand Prix, der eine Super Lackierung hat und sich dennoch perfekt spielen lässt ohne das der Ball rutscht, was  mir auch viele Gastspieler bestätigt haben.

Ausserdem muss eine Lackierung ja auch nicht zwingend mit 12 Schichten Hochglanzlack gemacht werden, es geht hier in erster Linie um den Schutz des Playfields und da ist weniger manchmal mehr.

So sehe ich das auch. Ich dachte da an die Parkettlack-Lösung, die scheint mir zu einem EM am ehesten zu passen.

Zu den Gehäusen sehe ich das ähnlich wie die meisten hier:  Zuviel Restauration raubt dem Pin seine Seele, will heissen:

innenlackierte Cabinets,LEDs und Co sind für mich auch ein NO GO !

Ok, lackmäßig hab ich mir am Gehäuse selbst ins Knie geschossen, aber ich war ja zarte 16 und hatte keine Ahnung. Hier wird eher also wieder Richtung Urzustand hingebastelt.

Vor allem der Geruch im inneren nach öffnen der Kassentür ist bei einem EM einzigartig und muss erhalten bleiben  top.gif

Ist halt wie bei nem Oldie der einfach seine Geruchspatina der Jahre erhalten hat.

Du meinst den "Hauch des Todes"? XD

Find ich auch irgendwie einen Beleg für die ewige Zeit, die so ein Pin schon miterlebt hat. Solange nicht mal irgend ne Katze reingepinkelt hat oder so... wink.gif

Technisch sollte der Pin okay sein und die Funktionen bieten die er auch bei seinem erscheinen hatte.

Hängende Zählwerke waren vielleicht in der Kneipe nach dem 10 Bier ganz nett aber für mich muss der Pin funktionieren, trotz aller Nostalgieverklärtheit

Glücklicherweise tut die Karre das. Zwar hab ich beim Zerlegen einige Bugs entdeckt, aber das ist alles in den Griff zu kriegen.

In diesem Sinne: so viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Diese Meinung teile ich schon, allerdings find ich es immer etwas schwierig die Grenze zu ziehen.

Aber danke fpr deinen konstruktiven Beitrag smile.gif

Edited by Sile

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